Unter der Linden
Lied von Walter von der Vogelweide (1170-1230) Textübertragung und Einspielung: Jürgen Wagner Originaltext: Unter der linden an der heide, dâ unser zweier bette was, Dâ mugt ir vinden schône beide gebrochen bluomen unde gras. Vor dem walde in einem tal, tandaradei, schône sanc diu nahtegal. Ich kam gegangen zuo der ouwe: dô was mîn friedel komen ê. Dâ wart ich enfangen, hêre frouwe, daz ich bin sælic iemer mê. Kuste er mich? Wal tûsentstund: tandaradei, seht wir rôt mir ist der munt. Dô her er gemachet alsô rîche von bluomen eine bettestat. Des wirt noch gelachet inneclîche, kumt iemen an daz selbe pfad. Bî den rôsen er wol mac, tandaradei, merken wâ mirz houbet lac. Daz er bî mir læge, wessez iemen (nu enwelle got!), sô schamt ich mich. Wes er mit mir pflæge, neimer niemen bevinde daz wan er und ich - Und ein kleinez vogellîn, tandaradei, daz mac wol getruiwe sîn. Übertragung: Unter der Linde bei der Heide, wo unser beider Lager war, da möget ihr beides finden: gebrochene Blumen und Gras. Vor dem Walde in einem Tal, tandaradei, sang so schön die Nachtigall. Ich kam zur Aue gelaufen, da war mein Liebster schon da Da wurde ich empfangen, hehre Frau Da bin ich selig für alle Zeit Ob er mich küsste? Wohl tausend Stund! Tandaradei, seht, wie rot mir ist der Mund! Da hat er so reich aus Blumen ein Bett bereitet Man wird sich still darüber freuen, wenn jemand an denselben Weg kommt An den Rosen mag er noch - tandaradei, sehen, wo mein Haupt lag. Dass er bei mir lag, wüsste es jemand - was Gott verhüte! -, dann würde ich mich schämen. Was er mit mir tat, das soll nie jemand erfahren als er und ich und ein kleines Vögelein, tandaradei; das wird gewiss verschwiegen sein.
Lied von Walter von der Vogelweide (1170-1230) Textübertragung und Einspielung: Jürgen Wagner Originaltext: Unter der linden an der heide, dâ unser zweier bette was, Dâ mugt ir vinden schône beide gebrochen bluomen unde gras. Vor dem walde in einem tal, tandaradei, schône sanc diu nahtegal. Ich kam gegangen zuo der ouwe: dô was mîn friedel komen ê. Dâ wart ich enfangen, hêre frouwe, daz ich bin sælic iemer mê. Kuste er mich? Wal tûsentstund: tandaradei, seht wir rôt mir ist der munt. Dô her er gemachet alsô rîche von bluomen eine bettestat. Des wirt noch gelachet inneclîche, kumt iemen an daz selbe pfad. Bî den rôsen er wol mac, tandaradei, merken wâ mirz houbet lac. Daz er bî mir læge, wessez iemen (nu enwelle got!), sô schamt ich mich. Wes er mit mir pflæge, neimer niemen bevinde daz wan er und ich - Und ein kleinez vogellîn, tandaradei, daz mac wol getruiwe sîn. Übertragung: Unter der Linde bei der Heide, wo unser beider Lager war, da möget ihr beides finden: gebrochene Blumen und Gras. Vor dem Walde in einem Tal, tandaradei, sang so schön die Nachtigall. Ich kam zur Aue gelaufen, da war mein Liebster schon da Da wurde ich empfangen, hehre Frau Da bin ich selig für alle Zeit Ob er mich küsste? Wohl tausend Stund! Tandaradei, seht, wie rot mir ist der Mund! Da hat er so reich aus Blumen ein Bett bereitet Man wird sich still darüber freuen, wenn jemand an denselben Weg kommt An den Rosen mag er noch - tandaradei, sehen, wo mein Haupt lag. Dass er bei mir lag, wüsste es jemand - was Gott verhüte! -, dann würde ich mich schämen. Was er mit mir tat, das soll nie jemand erfahren als er und ich und ein kleines Vögelein, tandaradei; das wird gewiss verschwiegen sein.